Bauhelme
Neben dem persönlichen Schutzbedürfnis ist das Tragen von Kopfschutz in mehreren einschlägigen Vorschriften und Richtlinien hinterlegt. Neben gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen im Rahmen des Arbeitsschutzes gibt es entsprechende Ausführungen der Berufsgenossenschaften (BGV, UVV), die in ihrer Gesamtheit für die Nutzung der Bauhelme bindend sind.
Die für Europa bindende Zertifizierungsnorm ist die Norm EN 397.
Laut DIN-Norm werden für Bauhelme auch die Bezeichnungen Industrieschutzhelme, Industrie-Anstoßkappen oder Helmschalen weitestgehend synonym verwendet. Die Schutz- oder Bauhelme haben in jedem Fall die Aufgabe, den Schutz des Kopfes vor gefährlichen Stoßverletzungen und vor herabfallenden Dingen zu gewährleisten. Die Schutzbedeckung ist außen mit einer harten und widerstandsfähigen Schale zu versehen. Im Falle eines Stoßes nimmt das äußere Material die Schlagenergie auf und leitet diese an die gefederte Innenkonstruktion weiter. Je nach Einsatzzweck und Schutzumfang variiert die technische Ausgestaltung. Einige Bauformen verfügen über einen heruntergezogenen Nackenschutz, bei anderen wird ein umlaufender Rand als zusätzlicher Schutz ausgeführt. Teilweise werden höher gezogene Ränder als Regenschutz und gleichzeitigen Regenablauf genutzt. Die Mehrzahl der Typen verfügt über zusätzliche Lüftungsöffnungen, gesonderte Aufnahmen für die Befestigung von Ohrschützern und integrierte Schutzbrillen bzw.
gesichtsverdeckende Schutzschirme sowie Halter für akkubetriebene Lampen.
Da das Trägermaterial der Bauhelme durch Sonneneinstrahlung Alterungsprozessen unterworfen ist, empfiehlt sich der periodische Austausch dieser Bauhelme. Die gealterten Materialien weisen eine höhere Brüchigkeit und, dadurch bedingt, eine geringere Festigkeit auf. Die Erneuerungszyklen sind materialabhängig, Helme aus Polyethylen sollten in einem Rhythmus von vier Jahren ausgetauscht werden.
Die Form klassischer Bauhelme kennt man schon aus dem Kino und von Spielfiguren. Die überwiegend hohe Bauform bietet einen entsprechend großen Federweg und schützt den empfindlichen Kopf vor herunterfallenden Gegenständen. Der vordere Schirm ist ebenfalls deutlich vorgezogen und sichert damit das Gesichtsfeld. Zusätzliche Ohrschützer, Schutzbrillen und Lampen können problemlos angebracht werden. Spezielle Halterungen für Funkgeräte erweitern die Beweglichkeit. Der Komfort wird über ein mehrfach aufgehängtes Tragegerüst unterstützt. Diese Helmkonstruktion führt allerdings auch zu einer Einschränkung der Beweglichkeit.
Forstschutzhelme gleichen in der Grundform den Bauhelmen, verfügen aber über signifikante Zusatzausstattungen. Der zertifizierte Forstschutzhelm bietet einen durchsichtigen Gesichtsschutz, entweder aus durchsichtigem Plexiglas oder in Form eines durchsichtigen Maschenvisiers. Diese Schutzvorrichtung wird klappbar ausgeführt. Da Holzsägearbeiten mit Motorsägen und Hydraulikspaltern durchgeführt werden, wird dieser Helm mit klappbaren Ohrschützern versehen. Für den Schutz von Hals und Nacken ist optional ein passender Nackenschutz integrierbar. Die Tragvorrichtung wird zur Erhöhung des Tragekomforts mit einem Lederband umsäumt, dass gleichzeitig auch die Funktion eines Schweißbandes übernimmt.
Der typische Höhenschutzhelm gleicht einer Halbschale mit leicht heruntergezogenem Nackenteil. Der vordere Schirm ist entgegen den sonstigen Bauarten nur leicht angedeutet und gewährleistet so ein optimales Sehfeld. Mit Kinnschutz und Kinnriemen versehen, lässt sich dieser sehr leichte Helm hervorragend an die Kopfform anpassen und bietet einen sehr sicheren Sitz. Dieser Schutzhelm kann durch diese Sicherheitsvorkehrung nicht von dem Kopf herunterfallen und garantiert den Schutz bei einer gleichzeitig maximal möglichen Bewegungsfreiheit.
Die bislang bekannten Bauhelme sind bauartbedingt weder ein Musterbeispiel für konsequenten Leichtbau noch bieten sie den Tragenden eine uneingeschränkte Beweglichkeit. Weit vorgezogene Vorderteile schränken den einzusehenden Bereich zudem erheblich ein. Ein Beispiel für universell einsetzbare Bauhelme ist der Industrieschutzhelm Baseball Diamond V. Wie der Name schon andeutet, hat dieses Produkt die Form einer Baseballkappe und überzeugt durch seine angenehme Bauform und durch das geringe Gewicht. Das Gesamtgewicht von 385 Gramm gewährleistet einen besseren Tragekomfort im Vergleich zu den hochbauenden Formen.
Neben der Ausstattung mit einem Schweißband ist dieser Bauhelm beidseitig tragbar und ermöglicht durch das einfache Drehen den Schutz des Nackenbereiches. Das praktische Tragesystem ist schnell an die Tragerichtung anpassbar. Die kurzen Überhänge garantieren eine erhebliche Vergrößerung des Sichtfeldes. Zur eigenen Sicherheit ist dieser Helm mit fluoreszierenden Streifen ausgestattet.
Der Anforderungskatalog an einen leichten, flexibel tragbaren Schutzhelm mit großem Sehfeld, maximaler Beweglichkeit und möglichst reichhaltigem Zubehör ist sehr anspruchsvoll. Die hochgradige Individualisierung mittels vielfältiger Farben und beliebiger Aufdrucke von Schriftzügen, Zeichen oder Grafiken ist jederzeit möglich.
Diese anspruchsvollen Parameter werden leider nur von wenigen Anbietern komplett umgesetzt. Im Bereich Bauhelme ist der Anbieter Venitex mit seiner Produktlinie Baseball Diamond V derzeit führend. Die hochmodularen Aufbauten mit individuell anpassbaren Kinnriemen und Tragegestellen stellen eine gelungene Umsetzung dar. Nutzer von Höhenschutzhelmen stellen naturgemäß erhebliche Qualitätsanforderungen an die Schutzkleidung. Die international anerkannte Linie Petzl Vertex ermöglicht dank langjähriger Performance komfortabel ausgestattete Schutzhelme mit einer maximalen Erweiterbarkeit für zusätzliche Accessoires. Petzl kann aufgrund seiner Erfahrung Höhenarbeiten mit reichhaltigem Sortiment und spezialisierten Produkten wie Halteseilen und Positionierhilfen unterstützen.
Die Ausleuchtung des Arbeitsumfeldes erfolgt energiesparend mit LED-Lampen. Die Taschenlampen und Helm- oder Stirnlampen von LED Lenser haben sich als sehr ausdauernd bewährt. Die langlebigen Produkte lassen sich flexibel an die Einsatzbedingungen anpassen. Die ausgesuchten Produkte sind nach den gängigen Standards zertifiziert und garantieren damit die bestmögliche Arbeitssicherheit.